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Copyright: Koch & Gsell
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Hanf-Zigaretten sorgen in der Schweiz für Furore

13.07.2017

Schweizer Manufaktur bringt Zigaretten mit Tabak-Hanf-Mischung auf den Markt

Dass die Mischung aus Tabak und Cannabis in der Bevölkerung sehr beliebt ist, kann sich wohl jeder ausrechnen, der nicht glaubt, dass mit Longpapers lange Zigaretten gerollt werden. Doch mit Ausnahme weniger Länder weltweit sowie einzelner Bundesstaaten der U.S.A. ist der Konsum von Hanf - in seiner Funktion als Rauschmittel besser bekannt als Marihuana - seit den 1930er Jahren verboten. In der Schweiz gehen ab Mitte Juli nun Hanfzigaretten über den Ladentisch, wenn auch keine berauschenden.

Die Schweizer Tabakmanufaktur Koch & Gsell stellt seit Frühjahr 2016 unter dem Markennamen "Heimat" Zigaretten aus 100 Prozent naturbelassenen Schweizer Virginia- und Burleytabaken her. Nun bringen die innovativen Tabakfabrikanten eine Produktneuheit auf den Markt, die in der Schweiz für Gesprächsstoff sorgt, denn die neue "Heimat Tabak & Hanf" enthält 4 Prozent Hanf. Jedoch handelt es sich dabei um Cannabis mit einem THC-Gehalt unter 1 Prozent. Durch diesen geringen Anteil des berauschenden Inhaltstoffes der Pflanze fehlt jegliche psychotrope Wirkung und das Produkt kann in der Schweiz völlig legal erworben und konsumiert werden.

Die von vielen Hanf-Konsumenten gewünschte Wirkung hat das neue Produkt also nicht, aber auch der Geschmack und Geruch mag ja einigen gefallen. Außerdem hat der von den Schweizern verwendete Hanf einen sehr hohen Anteil an Cannabidiol (CBD), einem weiteren Bestandteil der Pflanze. Diesem werden laut der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit angstlösende, nervenzellen-schützende, antipsychotische, entzündungshemmende, Brechreiz hemmende und krampflösende Wirkung sowie hemmende oder sogar heilende Wirkungen bei bestimmten Krebsarten zugeschrieben. Auch in Österreich ist der Markt an CBD-haltigen Produkten am Wachsen. Jedoch gilt hier bei allen nicht-medizinischen Produkten die EU-Grenzmenge von 0,3 Prozent für sogenannten Nutzhanf, um nicht gegen das Suchtmittelgesetz zu verstoßen.