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Copyright: http://tvthek.orf.at/profile/Buergeranwalt/1339_screenshot vom 17.7.2017 um 10.15
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Trafik-Schließung beschäftigt ORF-Bürgeranwalt

17.07.2017

Gemeinde kämpft weiter um Trafik-Lizenz im Ort

In der burgenländischen Gemeinde Stinatz entbrannte im Feber diesen Jahres eine Diskussion um die Nahver-sorgung im Ort. Der Betreiber einer Tabakverkaufsstelle geht in Pension und sein Nachfolger erhält von der Monopolverwaltung keine Lizenz mehr, um eine behinderte Trafikantin im Nachbarort wirtschaftlich zu stützen (Filterlos.at berichtete). Am Samstag, 15.7.2017, beschäftigte sich nun auch die ORF-Sendung Bürgeranwalt mit dem Fall.

Bürgerprotest. Bürger und Gemeinderäte laufen Sturm gegen das "Diktat" des Ministeriums, wie sie es nennen. Insbesondere für die älteren Bürgerinnen und Bürger, die nicht mobil sind, sei es zumutbar, den Weg in den Nachbarort auf sich zu nehmen. Und das wirtschaftliche Überleben des Geschäfts, das auch die Poststelle des Ortes darstellte, sei ohne den Verkauf von Tabakwaren nicht möglich. Doch rein rechtlich haben sie gegen die Entscheidung keine Möglichkeiten. Im Studio diskutierten der Bürgermeister von Stinatz, der bisherige Trafikant, der Geschäftsführer der Monopolverwaltung (MVG) und der Präsident des Behindertenverbandes KOBV über Lösungsmöglichkeiten.

MVG bleibt bei Standpunkt. Mag. Hannes Hofer, Geschäftsführer der MVG, bekräftigte den Standpunkt der Monopolverwaltung. Das Wesen von Tabakverkaufs-stellen (wie eben der in Stinatz) sei es, dass die Erträge aus dem Tabakwarenverkauf nur eine wirtschaftliche Unterstützung zum ausgeübten Hauptgewerbe darstellen. Im Gegensatz dazu würde die junge Trafikantin mit Behinderung, die in Ollersdorf ein ertragsschwaches Tabakfachgeschäft betreibt, überwiegend vom Tabakwarenverkauf leben. Durch eine Neuorganisation des Tabakverkaufs in Stinatz kann ihre Existenz abgesichert und die Versorgung von Stinatz mit Zigaretten durch einen Automaten sichergestellt werden. Dieses Vorgehen sei mit dem Landesgremium der burgenländischen Trafikanten abgestimmt worden.

Gemeinsam Geschäft erhalten. Eine Schließung des Geschäftes in Stinatz müsse laut Hannes Hofer nicht die Konsequenz sein. Wenn alle Kräfte im Ort sich dafür einsetzen, dass der Standort vor allem als Poststelle und Kommunikationsstandort erhalten bleibt, dann könne er sich nicht vorstellen, dass das gemeinsam mit einer Neuorganisation des Zigarettenverkaufs nicht möglich sein soll, so der Geschäftsführer der MVG in seinem Schlussstatement. Die Gemeindevertreter, den Bürgermeister und seinen Stellvertreter, lud Hofer zu sich in die Monopolverwaltung ein, um die Möglichkeiten nochmals gemeinsam zu evaluieren.