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Man kennt sich in Döbriach und weiß das besondere Service von Trafikantin Petra Unterweger zu schätzen.

Hefte, Pakete – und Zigaretten

22.08.2017

Petra Unterweger ist mehr als eine Trafikantin: Sie ist eine der letzten Nahversorgerinnen in Döbriach, einem idyllischen Ort am Millstätter See.

Ruhig ist es in Döbriach. An einem Mittwochvormittag trifft man nur wenige Menschen im Ortskern, die Parkplätze bleiben leer. "Seit es den Supermarkt am Stadtrand gibt, ist noch weniger los als vorher", sagt Petra Unterweger, "aber wir machen das Beste draus." Dass sie ihre Arbeit gern macht, merkt man bei jedem Kunden, der das Geschäft betritt. Sie nimmt sich Zeit, weiß mit jedem ein paar persönliche Worte zu wechseln. An die Konkurrenzsituation durch den Supermarkt, in dem auch Zeitschriften, Postkarten und andere Trafikartikel verkauft werden, hat sie sich angepasst: Als Frequenzbringer hat sie die Paketannahmestelle übernommen und als Service für die Kunden bietet sie beispielsweise ein Schulstartpaket an. "Wir haben zum Glück noch eine Volksschule in Döbriach und die Zusammenarbeit mit den Lehrerinnen funktioniert sehr gut. Sie geben mir im Sommer Bescheid, welche Hefte und Schulsachen die Kinder brauchen - und die Eltern wissen, dass sie bei mir alles bekommen", erzählt Unterweger. Auf diese Art und Weise erarbeitet sich die Oberkärntner Trafikantin auch neue Stammkunden. Die einheimischen Kunden sind für sie besonders wichtig, obwohl Döbriach in den Sommermonaten beliebt bei Touristen ist. Vor allem auf den Campingplätzen rund um den Millstätter See gibt es jedes Monat Tausende Nächtigungen. "Aber es gibt nur wenige Touristen, die in den Ortskern kommen. Meistens sind das ein paar Dauercamper, die morgens eine Runde mit dem Rad drehen."

Trafikantin seit 22 Jahren

Die Trafikantin führt den Familienbetrieb bereits in vierter Generation: Ihr Urgroßvater begann nach dem Zweiten Weltkrieg, Petra Unterweger übernahm schließlich von ihrer Mutter. Seit 22 Jahren steht sie mittlerweile in der Trafik. Anfangs half sie mit und hatte nicht geplant, später einmal zu übernehmen. "Das hat sich so ergeben", erzählt sie. In den vergangenen Jahren sei es immer schwieriger geworden, den nötigen Umsatz zu erzielen. Auch deshalb, weil viele junge Menschen den Ort verlassen. "Es ist ja auch verständlich. Wir haben hier zwar eine außerordentliche Lebensqualität, wir haben die Berge, die Seen, den Urlaub vor der Haustür. Aber wir haben zu wenig Arbeitsplätze und die Jungen gehen eben dorthin, wo Arbeit ist."

Punkten mit großem Sortiment

Von den schwierigen Rahmenbedingungen lässt sich Petra Unterweger aber nicht erschüttern. Sie setzt auf ein großes Sortiment - von Schwarzer-Peter-Karten über Briefmarken bis Tixo-Roller. "Und besonderes nachdem jetzt immer mehr Geschäfte im Ort geschlossen haben, kommen wieder viele zu uns. Sie sehen, dass sich die kleinen Geschäfte einfach viel mehr um ihre Kunden bemühen. In einem Supermarkt hat man mit Sonderwünschen kaum eine Chance."