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Copyright: Fotolia.de/ Wilfred
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Der Hausgimpel (Carpodacus mexicanus) hat eine sinnvolle Verwendung für Zigarettenstummel gefunden

Mit Tschickstummel gegen Zecken

05.07.2017

Vögel bauen absichtlich Zigarettenreste in Nester ein, um sich vor Parasiten zu schützen

Die mexikanischen Forscher Suárez-Rodríguez und Constantino Macías Garcia haben im Journal of Avian Biology eine Studie zum Nistverhalten des Hausgimpels veröffentlicht. Der in Mexiko weit verbreitete Vogel ist bekannt dafür, Zigarettenstummel in seine Nester einzubauen. Die Wissenschaftler wollten herausfinden, ob dies rein zufällig geschieht, weil die Zellulosefasern der Filter Federn ähneln, oder ob sich die Vögel gezielt durch das in den Stummeln enthaltene Nikotin vor Parasiten schützen. Denn Nikotin besitzt eine antiparasitische Wirkung.

Im Versuch befreiten die Forscher die Nester von sämtlichem Ungeziefer und entfernten deren Auskleidung, nachdem die Brut geschlüpft war. Die Nester wurden in drei Gruppen unterteilt: Der ersten Gruppe legte man lebende Zecken ins Nest, der Zweiten tote Zecken und die Nester der dritten Gruppe ließ man unbehandelt. In den beiden Gruppen, denen man die lästigen Parasiten ins Nest gelegt hatte, bauten die Vogeleltern deutlich mehr Zigarettenstummel in ihr Nest ein, als in der Kontrollgruppe. In der Gruppe mit den lebenden Zecken war dieses Verhalten noch deutlicher ausgeprägt. Die Vögel sammeln also tatsächlich gezielt Zigarettenstummel als Insektenschutzmittel.