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Copyright: Bauer Media Group, Blue Ocean, Egmont Verlag
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Comics werden immer gelesen

23.08.2017

Obwohl Kinder und Jugendliche nur wenig in Trafiken anzutreffen sind, so werden dennoch „ihre“ Zeitschriften gekauft. Verkaufsfördernde Maßnahmen und die Comichelden selbst tragen dazu bei.

Micky Maus, Donald Duck, Asterix oder Lucky Luke sind die klassischen Comic-Figuren, mit denen viele aufgewachsen sind. Manche kaufen diese Comics auch noch im reiferen Alter. Die Micky Maus feiert heuer immerhin auch schon ihren 66. Geburtstag. Neue Helden, wie die Eiskönigin, Lego Ninjago, Lego Nexo Knights oder Bob der Baumeister, sind heute vor allem bei Kindern beliebt. Aber: "Die Comic-Reichweite erstreckt sich eigentlich über alle Altersstufen", weiß Florian Kraus, Vertriebsleiter PGV, und freut sich selbst und für die Trafikanten auf ein Ereignis: "Für Herbst diesen Jahres ist Band Nummer 37 der Asterix-Reihe angekündigt. Welche Abenteuer Asterix und sein Freund Obelix bestehen werden, ist allerdings noch streng geheim. Sicher ist schon, dass es ein Umsatzbringer in der Trafik sein wird." Und noch etwas weiß der Vertriebsleiter: "Das Gimmick auf dem Kinderheft ist heutzutage nicht mehr wegzudenken und ein fester Bestandteil für die Heranwachsenden, auch nicht selten der Impuls für die Kaufentscheidung. Besonders beliebt sind elektronische Gimmicks wie etwa Smartphone-Radios oder Schusswaffen wie "Indianer Pfeil & Bogen". Für die Präsentation eignen sich entsprechende Fülltiefen im Regal in "Kindergriffhöhe."

Helden für viele Jahrzehnte

Das mag einer der Gründe sein, warumsich der Kids-Comic-Markt immer engerenSinn im Umsatz in den vergangenenJahren auf stabilem und hohem Niveauhalten hat können. "Zwar sind dieAuflagen leicht rückläufig, jedoch habensich die Copypreise in den letztenzehn Jahren sehr dynamisch nach obenbewegt. Ein durchschnittliches Kids-Magazin kostet heute knapp vier Euro.Die Kids-Verlage haben immer stärkerin die Produkte und deren Ausstattunginvestiert, und auch der Kunde ist bereit, für hochwertige Produkte mehr zu zahlen. Davon profitiert letztlich auch der Handel", sagt Jörg Risken, Publishing Director Magazines Egmont Ehapa Media. Trafiken spielen seiner Erfahrung nach im Vertrieb eine wesentliche Rolle, vor allem bei Comic-Klassikern wie beim Lustigen Taschenbuch. "Neben dauerhaften und für den Handel maßgeschneiderten Verkaufshilfen unterstützen wir insbesondere saisonale Highlights und Produktlaunches mit Sonderplatzierungen und Verkaufsmaterialien. Hier sind zum Beispiel größere Handelsaktionen beim Lustigen Taschenbuch zu nennen. Der Handel wird zu diesen Anlässen mit thematisierten Boden- und Thekendisplays, Verkaufshilfen und Werbemitteln unterstützt", erklärt Risken dazu im Detail.

In diesem Jahr sind es zunächst die Klassiker, die im Mittelpunkt stehen. Unter anderem wird "50 Jahre Walt Disney Lustiges Taschenbuch" mit einigen Sonderprodukten aus dem Hause Egmont gefeiert. Dazu kommt: "Wir relaunchen unsere Micky Maus-Marketingkampagne mit modernen Inhalten und Designs und die Markenfamilie wird im Herbst um einen neuen Titel erweitert", gibt sich Risken geheimnisvoll. Das ist aber nicht alles für das Jahr 2017: "Aktuell bauen wir unser New Business-Geschäft mit Sammelthemen, zum Beispiel mit Entenhausen-Sammelfiguren und mit dem Corporate Publishing-Geschäft aus." Erfolgreich am Magazin-Markt sind laut Risken aber vor allem auch modernde Lizenzmarkenprodukte wie etwa "Ich, einfach unverbesserlich 3", das offizielle "Minecraft"-Magazin sowie Sonderprodukte zum 40. Geburtstag vom Benjamin Blümchen.

Lego verkauft sich immer wieder

Wobei: Das führende Kindermagazin im deutschsprachigen Raum ist aktuell Lego Ninjago. 220.043 Exemplare der Monatszeitschrift aus dem Hause Blue Ocean Entertainment wurden im zweiten Quartal 2017, also zwischen April und Juni, laut IVW (Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern) pro Ausgabe durchschnittlich verkauft. "In Österreich liegen wir dabei bei rund 11.500 Exemplaren. Das bedeutet eine Steigerung von rund 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr, in Deutschland sind es auf einem höheren Niveau immerhin auch rund 17 Prozent", sagt Chefredakteur Simon Peter. "Ein Großteil der Verkäufe passiert freilich beim Familieneinkauf, etwa im Supermarkt. Was wir von Kiosken in Deutschland und Trafiken in Österreich aber wissen ist, dass der Copyverkauf gerade bei unseren Lego-Produkten steigt. Der Vater kauft beispielsweise nach der Arbeit eine Sportzeitschrift für sich und nimmt für sein Kind etwa Lego Ninjago mit." Für entsprechende Anregungen sorgen Werbematerialien aus dem Hause Blue Ocean, wie etwa Poster und Taschen. "Sämtliche Materialien werden auch unseren österreichischen Vertriebspartnern zur Verfügung gestellt", sagt der Chefredakteur.

Insgesamt aktuell 58 Zeitschriften gibt es im Blue Ocean Verlag. Lego Ninjago ist quasi der Leuchtturm, gefolgt von Lego Nexo Knights, Prinzessin Lilifee und Playmobil. Auch Lego Nexo Knights hat Rekordzahlen zu vermelden: Knapp 110.000 verkaufte Exemplare pro Ausgabe sind für eine Kinderzeitschrift top. Unsere Zielgruppe liegt zwischen vier und maximal zwölf Jahren. Dies deswegen, weil hier Eltern noch Einfluss haben: Zeitschriften sind eine Möglichkeit zum Lesen. Zeitschriften werden bewusst gekauft. Ebenso lassen sich ergänzende Produkte, wie etwa Lego Sammelkarten oder Stickerserien für diese Zielgruppe noch gut verkaufen", so Peter.

Medienvielfalt bei der Jugend

Da hat man bei Bravo schon ein schwiegeres Umfeld, aber eines mit Tradition: Seit sechs Jahrzehnten ist Bravo Sprachrohr der Jugend und bietet Orientierung beim Erwachsenwerden - und das ist ein USP auch im stationären Verkauf. "Bravo hat sich mit jeder Lesergeneration neu erfunden und mit der Foto-Love-Story, den Starschnitten und dem Leserpreis "Otto" Mediengeschichte geschrieben", sagt Anna Hezel, Unternehmenskommunikation, BauerMedia Group. Sie führt weiter aus: "Vor dem Hintergrund des digitalen Medienwandels hat Bravo sich zu einer Jugend-Multichannel-Marke mit 360° Medienangebot weiterentwickelt." Die Zeitschrift bietet heute neben Star-Berichterstattung vor allem lebensnahe und orientierungsgebende Beitragsformen und Rubriken. Die Website kombiniert klassische Inhalte eines Onlinemagazins mit der Dynamik eines sozialen Netzwerks. Die Social Media-Präsenz der Marke wurde ausgebaut und die Zeitschrift sowie das Onlinemagazin konsequent mit der Community vernetzt. Twitter, Whatsapp & Co sind quasi Teil des Vertriebs geworden.